Herzlich willkommen in der ev-luth. Kirchengemeinde von Lohja!

Die ev-luth. Kirchengemeinde von Lohja gehört zu dem Bistum Espoo in dem Distrikt ‚Uusimaa‘ in Finnland. Unsere Kirchengemeinde befindet sich etwa 60 Kilometer westlich von der Hauptstadt Helsinki. Wir sind eine zweisprachige Gemeinde mit den Landessprachen Finnisch und Schwedisch. Insgesamt haben wir 33 752 Gemeindeglieder. Das sind 81,2 Prozent der Einwohner von Lohja. Der Hauptpastor unserer Kirchengemeinde heißt Juhani Korte.

Nummi Kirche
Nummi Kirche

Die St. Laurentius-Kirche in Lohja

Die Entstehung der Kirche

Die St. Laurentius-Kirche in Lohja ist wegen ihrer aussergewöhnlich zahlreichen Wandmalereien eines der bedeutendsten Gebäude mittelalterlicher Kirchenarchitektur in Finnland. Die ältesten erhaltenen Urkunden von der Gemeinde und Kirche Lohjas stammen bereits aus der ersten Hälfte des 14. Jhs. Vermutlich ist das Christentum jedoch schon viel früher in die Gegend gekommen. Als die Laurentius-Kirche fertiggestellt wurde, hatte das kirchliche Leben in Lohja sich schon gefestigt und geregelte Formen angenommen.

Auf Grund der Untersuchungen kann man annehmen, dass vermutlich an der Stelle der heutigen Steinkirche schon im 14. Jh. eine hölzerne Kirche gestanden hatte. Im nördlichen Teil der Kirche befand sich eine Steinsakristei. Abgesehen von den Feldsteinmauern der vorhandenen Sakristei ist die heutige Steinkirche als ein Ergebnis einer einheitlichen Bauarbeit zu betrachten, die vermutlich zwei bis drei Jahrzehnte andauerte. Der Kirchsaal war schon ursprünglich dreischiffig. Die Arbeiten an der Kirche wurden höchstwahrscheinlich in der Amtszeit des Bischofs Konrad Bitz abgeschlossen, also etwa in den 80er Jahren des 15. Jhs. Ihre endgültige mittelalterliche Form hat die Kirche jedoch erst in den ersten zehn Jahren des 16. Jhs. erhalten, als die Gewölbe‑ und Wandflächen mit großflächigen Kalkmalereien verziert wurden. Einen sicheren Anhaltspunkt für die Datierung der Wandmalereien gibt das Wappen Arvid Kurkis (1510‑22), des letzten finnischen Bischofs im Mittelalter. Das Wappen befindet sich an der linken Seite des Chorfensters.

Kirchenfresken

Die anhand der al-Secco Technik aufgetragenen Bildserien folgen einer genau vorgeschriebenen Anordnung, die zunächst der Chronologie des Kirchenjahres folgt und in der die Ereignisse des Alten und Neuen Testaments eng aufeinander bezogen wurden. Die Bilderzählung beginnt auf der rechten Seite des Chors mit der Schöpfung und der Vertreibung aus dem Paradies. Von hier aus geht die Erzählung weiter von links nach rechts um den Kirchensaal herum bis zur Darstellung des Jüngsten Gerichts auf der linken Seite des Chors. Besonderes Gewicht kommt der Passionsgeschichte Christi zu, die im westlichen Teil des Kirchensaals abgebildet ist. An den Säulen und in den Gewölben wird die chronologische Bilderfolge von Malereien ergänzt, die das Leben der Apostel und der heiligen Märtyrer darstellen. Der Künstler ist leider nicht namentlich bekannt, aber es ist zu erkennen, dass er der Schule des schwedischen Kirchenmalers Albertus Pictors (etwa 1440‑1509) zugehörte.

Innenausstattung

Von der mittelalterlichen Ausstattung der Kirche sind leider nur einige wenige Holzschnittsarbeiten erhalten geblieben. Hier tritt besonders das Triumphkruzifix zwischen den Chorsäulen hervor, das als die Arbeit eines finnischen Meisters vom Ende des 15. Jhs betrachtet wird. An der südlichen Wand steht ein Schnitzwerk, das den Schutzheiligen der Kirche, St. Laurentius, darstellt. Dieses stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Die Kronleuchter aus Messing sind aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Hinter dem Altar befindet sich ein zierlicher siebenarmiger Leuchter aus dem Jahre 1737. Etwa gleichaltrig ist das Stundenglas der Kanzel.

Eine Liedtafel im Rokokostil über dem Eingang zur Sakristei, trägt die Jahreszahl 1766.

In den Fußboden des Chors ist eine gusseiserne Deckelplatte eines Mauergrabs eingelassen. In diesem Grab ruhten Thomas Paccalenius, der in den Jahren 1762‑84 als Pfarrer in Lohja tätig war, und seine Gemahlin. Ein weiteres Grabdenkmal, auch aus dem 18. Jh., befindet sich in der Nähe des ersteren. Es handelt sich hierbei um eine Steinplatte an der östlichen Wand des Chors, die Landrichter G. A. Söderholm zum Gedenken an seine Gemahlin im Jahre 1798 erstellen ließ. Auf dem Fussboden rechts vom Altar ist eine Gedenkplatte zu finden, die eine Stiftung der Familie Rennerfelt aus dem Jahre 1968 ist. Einziges Ausstattungsstück der Kirche aus dem 19. Jh., ist die neugotische Kanzel von 1845.

Restaurierung

Die jüngste Restaurierung der Kirche wurde in zwei Phasen ausgeführt. In den Jahren 1953‑57 wurden vom Konservator Oskari Niemi die Gewölbe‑ und Wandmalereien beseitigt, die in den 80er Jahren des 19. Jhs. auf die ein halbes Jahrhundert früher übertünchten mittelalterlichen Malereien aufgetragen worden waren. Das westliche Gewölbe des Mittelschiffs ist als Beispiel für diese Restaurierungsmethode des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben. Die architektonischen Restaurierungs‑ und Umgestaltungsarbeiten der Kirche wurden nach den Plänen des Professoren Esko Järventaus in den Jahren 1966‑68 ausgeführt. Dabei wurden alle Fenster‑ und Türöffnungen auf ihre ursprüngliche mittelalterliche Form zurückgeführt.

Glockenturm und Mausoleum

Der untere Teil des Glockenturms im Kirchhof stammt aus dem Mittelalter, während der hölzerne Oberteil aus den 40er Jahren des 18. Jhs. stammt. Ein Grabmal (Mausoleum) neben dem Glockenturm stammt aus dem Jahre 1824. Ungefähr aus der gleichen Zeit stammt auch ein zweites Mausoleum, das sich westlich der Kirche befindet.